Jedes dieser Module konzentriert sich auf eine spezifische Technologie oder Methode, die mit NIS arbeitet, und vermittelt den Teilnehmern das notwendige Fachwissen und die praktischen Fähigkeiten. Die Module setzen sich aus theoretischen und praktischen Inhalten zusammen und enden jeweils mit einer Prüfung. Hier die detaillierte Beschreibung der fünf Fachmodule:


Modul 1: 
Grundlagen der Haut

Dieses Modul vermittelt grundlegende Kenntnisse über die Anatomie, Physiologie und Funktionen der Haut. Es ist die Basis für alle weiteren Fachmodule, da das Verständnis der Hautstruktur und -funktion für die korrekte und sichere Anwendung von NIS-Technologien essenziell ist. Ziel dieses Moduls ist es, den Teilnehmern ein tiefes Verständnis der Hautschichten und deren Reaktion auf unterschiedliche Strahlungsarten zu vermitteln.

Inhalte

Anatomie und Physiologie der Haut: Aufbau der Epidermis, Dermis und Subkutis. Funktionen der Haut als Schutzbarriere, Temperaturregulator und Sinnesorgan.

Alterungsprozesse der Haut: Zelluläre und strukturelle Veränderungen der Haut mit zunehmendem Alter. Einfluss äußerer und innerer Faktoren auf den Hautalterungsprozess.

Reaktionen der Haut auf nichtionisierende Strahlung: Auswirkungen von Laser, Ultraschall, EMF und elektrischer Muskelstimulation (EMS) auf die Haut, einschließlich potenzieller Schäden oder positiver Wirkungen.


Rechtliche Grundlage

Dieses Modul basiert auf §5 NiSV, der die Fachkunde für den sicheren Umgang mit NIS in kosmetischen Anwendungen regelt.

Dauer der Ausbildung: Ca. 16 bis 24 Stunden

Prüfung: Schriftlicher Test, der das Verständnis der Hautanatomie und der Auswirkungen von NIS überprüft.


Modul 2: 
Optische Strahlung (Laser)

Laseranwendungen sind in der kosmetischen Industrie weit verbreitet, beispielsweise zur Hautverjüngung, Haarentfernung oder Tattooentfernung. Dieses Modul vermittelt tiefgehendes Wissen über die physikalischen Grundlagen von Lasertechnologien und deren Anwendung in der Kosmetik, sowie die zu beachtenden Sicherheitsvorkehrungen.

Inhalte

Physikalische Grundlagen des Lasers: Funktionsweise, Lasertypen (z.B. CO2-Laser, Diodenlaser, Nd:YAG-Laser) und ihre jeweiligen kosmetischen Anwendungen.

Biologische Wirkungen auf die Haut: Wie optische Strahlung (Licht) auf das Gewebe wirkt (z.B. Photothermolyse, Ablation, Stimulation der Kollagenbildung).

Risiken und Nebenwirkungen: Mögliche Schäden wie Hautverbrennungen, Pigmentverschiebungen, Augenschäden.

Sicherheitsmaßnahmen und Schutz: Richtige Nutzung von Schutzbrillen, Absicherung des Arbeitsbereiches, Risikomanagement.

Gerätewartung und -pflege: Umgang mit Lasern und deren Kalibrierung zur Sicherstellung der Behandlungsqualität.


Rechtliche Grundlage

§3 NiSV regelt die Fachkunde für den Umgang mit Laseranwendungen in der Kosmetik.

Dauer der Ausbildung: Zwischen 40 und 64 Stunden, abhängig von der Komplexität der behandelten Lasergeräte.

Prüfung: Die Abschlussprüfung umfasst sowohl einen schriftlichen Test über die theoretischen Grundlagen als auch eine praktische Prüfung, bei der die korrekte Anwendung der Lasertechnologie überprüft wird.


Modul 3: 
Ultraschall in der Kosmetik

Ultraschalltechnologien werden in der Kosmetik zur Hautstraffung, Zellstimulation und für Behandlungen wie die Fettreduktion eingesetzt. In diesem Modul erlernen die Teilnehmer die physikalischen Eigenschaften des Ultraschalls und seine Anwendung auf der Haut.

Inhalte

Funktionsweise von Ultraschall: Definition und Erzeugung von Ultraschallwellen. Unterschiede zwischen hochfrequentem und niederfrequentem Ultraschall.

Anwendungen in der Kosmetik: Hautverjüngung, Lifting, Cellulitebehandlung, Fettabbau, Einschleusen von Wirkstoffen (Sonophorese).

Biologische Wirkungen: Gewebeerwärmung, Verbesserung der Blutzirkulation, Förderung der Zellregeneration.

Risiken und Kontraindikationen: Mögliche Nebenwirkungen wie Überhitzung von Gewebe oder Schäden an der Dermis. Ausschluss von Patienten mit bestimmten Haut- oder Gesundheitsproblemen.

Sicherheits- und Hygieneanforderungen: Richtlinien zur sicheren Anwendung und Instandhaltung der Geräte.


Rechtliche Grundlage

Fachkundeanforderungen für die Ultraschallanwendung gemäß §4 NiSV.

Dauer der Ausbildung: 32 bis 48 Stunden

Prüfung: Schriftliche und praktische Prüfung, bei der sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die Handhabung der Geräte überprüft werden.


Modul 4: 
Elektromagnetische Felder (EMF) in der Kosmetik

Elektromagnetische Felder (EMF) finden in der Kosmetik beispielsweise in der Hautregeneration, bei Anti-Aging-Anwendungen und zur Muskelstimulation Verwendung. Dieses Modul konzentriert sich auf die physikalischen und biologischen Wirkungen von EMF und die sichere Anwendung dieser Technologie.

Inhalte

Grundlagen der elektromagnetischen Felder: Definition, Frequenzbereiche und Unterschiede zwischen niederfrequenten und hochfrequenten EMF.

Anwendung in der Kosmetik: Anwendungen wie Magnetfeldtherapie, Hautregeneration, Cellulitebehandlung und Muskeltoning.

Wirkmechanismen auf die Haut und das Gewebe: Thermische und nicht-thermische Effekte, Stimulierung von Zellprozessen, Förderung der Durchblutung und Regeneration.

Risiken und Nebenwirkungen: Mögliche Langzeitschäden durch unsachgemäßen Gebrauch, wie Gewebeschäden oder Nervenirritationen.

Schutzmaßnahmen und Richtlinien: Handhabung und Wartung der Geräte, Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz vor Überdosierung von EMF.


Rechtliche Grundlage

Gemäß §5 NiSV, der den Fachkundenachweis für den Einsatz von EMF in der Kosmetik fordert.

Dauer der Ausbildung: 32 bis 48 Stunden

Prüfung: Schriftliche Prüfung über die theoretischen Grundlagen der EMF sowie praktische Übungen, die die sichere Anwendung und den Geräteeinsatz überprüfen.


Modul 5: 
EMS (Elektrische Muskelstimulation)

Die Elektrische Muskelstimulation (EMS) wird zunehmend in der Kosmetik eingesetzt, um Muskelaufbau und Straffung zu unterstützen, oft im Rahmen von Figurformungsbehandlungen. Dieses Modul behandelt die Funktionsweise von EMS-Geräten und deren korrekte Anwendung in der kosmetischen Praxis.

Inhalte

Physikalische Grundlagen der elektrischen Muskelstimulation: Erzeugung elektrischer Impulse und deren Wirkung auf die Muskulatur.

Anwendungsgebiete in der Kosmetik: Muskelaufbau, Körperformung, Verbesserung der Hautstraffung, unterstützende Behandlungen bei Cellulite.

Biologische Wirkungen auf den Körper: Muskelkontraktionen durch elektrische Impulse, Förderung des Stoffwechsels und der Durchblutung, Stimulierung der Faszien und Muskulatur.

Risiken und Kontraindikationen: Überstimulation, Muskelkater, mögliche Schäden durch zu hohe Intensitäten. Besonderheiten bei bestimmten Haut- und Gesundheitszuständen.

Gerätesicherheit und Wartung: Sicherer Einsatz von EMS-Geräten, Kalibrierung und Pflege.


Rechtliche Grundlage

§5 NiSV fordert die Fachkunde für den Einsatz von EMS in der Kosmetik.

Dauer der Ausbildung: 24 bis 32 Stunden

Prüfung: Schriftliche und praktische Abschlussprüfung zur Überprüfung des Verständnisses der EMS-Technologie und ihrer sicheren Anwendung.n.


Abschluss und Fachkundeprüfung

Die NiSV setzt voraus, dass jede Person, die nichtionisierende Strahlung in der Kosmetik verwendet, eine entsprechende Fachkundeprüfung ablegt. Die Dauer der Ausbildung für die einzelnen Module variiert, in der Regel beträgt sie jedoch 16 bis 64 Stunden pro Modul, abhängig von der Komplexität der jeweiligen Technologie.

Am Ende jedes Moduls steht eine Prüfung, die aus einem theoretischen und einem praktischen Teil besteht. Die theoretische Prüfung umfasst Multiple-Choice-Fragen oder offene Fragen zu den behandelten Themen, während die praktische Prüfung die sichere Handhabung der Geräte und die korrekte Durchführung der Behandlungen überprüft.

Nach erfolgreichem Abschluss der Prüfung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat, das ihnen die Fachkunde gemäß NiSV bestätigt und sie zur Anwendung der jeweiligen Technologie berechtigt.